Was ist XLH?

XLH (X-linked Hypophosphatemia) ist die häufigste vererbte Form der Rachitis. Sie wird durch Mutationen im PHEX-Gen verursacht, die zu einem Überschuss des Hormons FGF23 führen. FGF23 hemmt die Phosphatrückresorption in der Niere und die Aktivierung von Vitamin D — das Resultat: zu wenig Phosphat im Blut, was zu weichen, schlecht mineralisierten Knochen führt.

ErbgangX-chromosomal dominant (Väter geben es an alle Töchter weiter, nicht an Söhne)
HäufigkeitCa. 1 : 20.000
Verursachendes GenPHEX (X-Chromosom)
UrsacheFGF23-Überschuss → Phosphatverlust über die Niere

Symptome bei Kindern

  • Rachitis-Zeichen: verbogene Beine (O- oder X-Beine), weiche Knochen
  • Kleinwuchs durch verminderte Knochenmineralisation
  • Knochenschmerzen und Muskelschwäche
  • Zahnabszesse bei intakten Zähnen (durch defekte Dentinstruktur)
  • Verzögerte motorische Entwicklung
⚠️ Zahnarzt informieren

Kinder mit XLH entwickeln häufig Zahnabszesse ohne äußerliche Ursache. Der Zahnarzt sollte über die Diagnose informiert sein, um unnötige Zahnentfernungen zu vermeiden.

Diagnose

  • Niedriges Serumphosphat, erhöhter FGF23-Spiegel
  • Genetischer Nachweis der PHEX-Mutation
  • Röntgen: Rachitis-typische Knochenveränderungen

Therapie: Burosumab (Crysvita®)

Burosumab ist ein monoklonaler Antikörper gegen FGF23 und behandelt damit die eigentliche Ursache der Erkrankung. Er ist seit 2018 in der EU für Kinder ab 1 Jahr zugelassen.

✅ Therapiewandel

Burosumab hat die XLH-Behandlung grundlegend verändert: Knochenveränderungen bessern sich deutlich, Phosphatwerte normalisieren sich, Wachstum und Mobilität verbessern sich. Die Injektion erfolgt alle 2 Wochen subkutan.

Frühere Standardtherapie (orale Phosphatgabe + Vitamin-D-Derivate) ist bei Verfügbarkeit von Burosumab nicht mehr Therapie der ersten Wahl.

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