Was ist das Noonan-Syndrom?

Das Noonan-Syndrom gehört zur Gruppe der RASopathien — genetischen Erkrankungen, die den RAS/MAPK-Signalweg betreffen. Am häufigsten liegen Mutationen im PTPN11-Gen vor (ca. 50 %), daneben auch in SOS1, RAF1, KRAS und anderen Genen. Die Erkrankung wird meist autosomal-dominant vererbt, kann aber auch spontan auftreten.

Wachstum beim Noonan-Syndrom

Kleinwuchs ist ein Hauptmerkmal des Noonan-Syndroms. Das Wachstumsmuster ähnelt dem Turner-Syndrom — mit verzögertem Wachstum, fehlendem oder abgeschwächtem Pubertätswachstumsschub.

Mittlere Endgröße JungenCa. 162 cm (ohne Therapie)
Mittlere Endgröße MädchenCa. 152 cm (ohne Therapie)
WachstumskurvenNoonan-spezifische Perzentilenkurven empfohlen
WachstumshormontherapieZugelassen, Effekt +4–8 cm Endgröße möglich
⚠️ Herzabklärung vor GH-Therapie

Vor Beginn der Wachstumshormontherapie muss eine kardiologische Abklärung erfolgen — insbesondere auf hypertrophe Kardiomyopathie oder Pulmonalstenose.

Charakteristische Merkmale

  • Charakteristische Gesichtszüge: Ptosis, Hypertelorismus, tief angesetzte Ohren
  • Herzfehler bei 50–80 %: Pulmonalstenose (häufigste), hypertrophe Kardiomyopathie, ASD
  • Kleinwuchs
  • Gerinnungsstörungen möglich
  • Hodenhochstand bei Jungen (ca. 60–80 %)
  • Lernbesonderheiten, Sprachentwicklungsverzögerung

Diagnose

Die Diagnose wird klinisch gestellt und durch Molekulargenetik (Gendiagnostik-Panel) gesichert. Bei typischen Merkmalen und positivem Befund ist eine interdisziplinäre Betreuung (Pädiatrie, Kinderkardiologie, Kinderendokrinologie, Genetik) wichtig.

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